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Phoenix-Anleger hoffen auf Entschädigung

Vom 18.04.2007

Frankfurt/Main (dpa) - Gut zwei Jahre nach der Pleite der Betrugsfirma Phoenix Kapitaldienst können die 30 000 geprellten Anleger auf Entschädigung in diesem Sommer hoffen. An diesem Donnerstag (19.4.) wird in Frankfurt über einen Insolvenzplan abgestimmt, der die Ausschüttung von 200 Millionen Euro vorsieht.

«Wird der Insolvenzplan angenommen, könnten die Gläubiger im dritten Quartal dieses Jahres Geld bekommen», sagte Insolvenzverwalter Frank Schmitt in einem dpa-Gespräch. Erste Anlegervertreter signalisierten bereits Zustimmung, es wird aber auch mit Widerstand gerechnet, weil einige Geschädigte ihre Ansprüche möglicherweise gesondert behandelt sehen wollen. Zu der Versammlung werden etwa 1000 Gläubiger erwartet.

Der Insolvenzplan schlägt vor, den Großteil der gesicherten Insolvenzmasse von 230 Millionen Euro vorab auszuschütten. Dabei sollen den Anlegern ihre Nettoeinlagen inklusive der Vermittlungsprovisionen angerechnet werden - nicht aber Scheingewinne, die Phoenix durch erfundene Optionsgeschäfte vorgegaukelt hatte. «Das ist aus unserer Sicht eine faire Lösung, weil alle Gläubiger gleich behandelt werden», sagte Schmitt.

Rechtsanwalt Klaus Nieding, der über eine Anwaltskooperation (ARGE Phoenix) mehr als 3.500 geschädigte Phoenix-Anleger vertritt, sagte: «Wir werden dem Insolvenzplan zustimmen, damit die Anleger endlich Geld bekommen. Das heißt aber nicht, dass wir auf weitere Ansprüche verzichten.» So ist beim Frankfurter Landgericht bereits eine Schadenersatzklage gegen die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) anhängig, bei der viele Phoenix-Konten geführt wurden. Zudem will die ARGE Phoenix die Bundesrepublik Deutschland verklagen. Der Vorwurf: Eine EU-Richtlinie zur Anlegerentschädigung sei vom deutschen Staat fehlerhaft umgesetzt worden. Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW), die zumindest einen Teil der Gelder im Fall Phoenix erstatten soll, sei chronisch unterfinanziert.

Sollte der Insolvenzplan mehrheitlich gebilligt werden, könnten Anleger im Spätsommer 2007 etwa 30 Prozent ihrer Einlagen zurückbekommen. «Findet der Plan keine Mehrheit, muss das bis zum Bundesgerichtshof durchgefochten werden - das kann acht bis zehn Jahre dauern», sagte Insolvenzverwalter Schmitt.

Phoenix Kapitaldienst hatte mit Hilfe gefälschter Unterlagen Wertpapiergeschäfte vorgetäuscht und Anleger seit Anfang der 1990er Jahre um gut 600 Millionen Euro geprellt. Der Betrug war Anfang 2005 aufgeflogen, weil nach dem Tod von Firmengründer Dieter Breitkreuz die Geschäftsführung gewechselt hatte. Phoenix Kapitaldienst musste Insolvenz anmelden. Zwei Ex-Manager des Frankfurter Unternehmens waren im vergangenen Sommer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

 

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