Presse
 

13.10.2005 Wiesbadener Kurier

Frankfurter Anlegerschutztage wollen am 14. und 15. Oktober breite Öffentlichkeit informieren


von Adelheid Omiotek

FRANKFURT Auf dem "grauen Kapitalmarkt" entstehen weiter Milliardenschäden. Jüngstes Beispiel: Der Zusammenbruch der Phoenix Kapitaldienst GmbH, der nach dem "European Kings Club" (EKC) als zweitgrößter Fall in die deutsche Anlagebetrugsgeschichte eingehen dürfte. Gegen die Machenschaften kämpft der Deutsche-Anleger- Schutzbund (DASB/Frankfurt). Zu dessen Hauptaufgaben gehört nach Angaben seines Präsidenten Klaus Nieding vor allem die Aufklärung von Anlegern. Dabei können Interessenten kostenlose Beratung erhalten, wobei Nieding betont, dass Anleger sich im Vorfeld einer Entscheidung informieren sollten und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen sei. Gegenwärtig gebe es fünf bis zehn Anfragen am Tag. Ratsuchenden nenne der DASB Anwälte vor Ort, die Hilfe leisten. Nieding weist darauf hin, dass der DASB eine Zehn-Punkte-Checkliste für Anleger erarbeitet hat. Als zweites großes Betätigungsfeld der anerkannten gemeinnützigen Vereinigung nennt er die Beteiligung an nationalen und internationalen Gesetzgebungsverfahren.

Der Aufklärung der Anleger dienen auch die Anlegerschutztage, die am 14. und 15. Oktober an der Frankfurter Wertpapierbörse stattfinden, und zwar ohne Gebühren, wird betont. Auch hier nimmt laut Nieding die Phoenix-Pleite großen Raum ein. Dabei stelle sich für Anleger auch die Frage nach der Qualität der Einlagensicherungssysteme und vor allem nach der staatlichen Aufsicht (Bafin).

Verliehen wird auch der Anlegerschutzpreis 2005, und zwar an den Stuttgarter Staatsanwalt, Dr. Hans Ernst Richter. Der langjährige Staatsanwalt Klaus-Dieter Benner, Beirat im DASB, der die Laudatio auf Richter halten wird, sagte im Vorfeld, Richter habe sich nicht darauf beschränkt, nur das zu tun, was unbedingt nötig ist. Ein großes Problem stelle nämlich die Zersplitterung der Zuständigkeiten dar. So seien um Frankfurt herum sieben verschieden Staatsanwaltschaften zuständig, darunter Gelnhausen, die das bislang größte Verfahren am "grauen Markt", den "European Kings Club", verantwortete.

Benner und der Deutsche Anleger-Schutzbund haben bereits vor Jahren eine zentrale Zuständigkeit für Frankfurt gefordert und auch den hessischen Ministerpräsidenten Koch angeschrieben. Zumindest sollten Schwerpunktstaatsanwaltschaften an den größeren Börsenplätzen existieren. Da Länderzuständigkeiten betroffen seien, hoffe man im Zuge einer neuen Förderalismusdebatte voranzukommen, heißt es

 

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